Die Abtei Belle-Étoile wurde Anfang des 13. Jahrhunderts gegründet, kurz nach der normannischen Eroberung durch Philippe-Auguste. In einem Tal am Bach gelegen, zeugt sie von einer wechselvollen Geschichte mit Plünderungen, englischer Besatzung und der Auflösung 1791.
Das Areal umfasst bedeutende Baureste: die Ruinen der gotischen Abteikirche mit Vorhalle und vier grossen Arkaden des Langhauses, ein Kreuzgangflügel mit kunstvoll verzierten Balken sowie ein barockes Wohngebäude aus dem 18. Jahrhundert in palastartigem Stil.
Das Hauptgebäude präsentiert sich mit einer siebenachsigen Fassade, Walmdach, Granitarchitektur, Segmentbogenfenstern, Ziergesimsen und imposanten Kaminzügen. Innenausstattung aus dem 19. Jahrhundert umfasst Mosaikböden, Holztreppen, Kamine und Parkettböden. Insgesamt stehen mehrere repräsentative Salons, Speiseräume und 12 Schlafzimmer auf zwei Etagen zur Verfügung.
Der Kreuzgangflügel aus dem späten 15. Jahrhundert zeigt acht Spitzbogenarkaden mit Strebepfeilern. Besonders bemerkenswert sind die erhaltenen Balken mit Wappen, darunter die der Dauphins von Frankreich – ein seltenes Zeugnis gotischer Holzbaukunst.
Weitere Gebäude: Werkstatt, 20. Jh. Hofbauten, Gemeinschaftsgebäude und ein grosszügiger Innenhof. Das 1,1 ha grosse Gelände wird durch einen Bach, alte Eichen und verstreute Steinreste geprägt.
Die Abtei Belle-Étoile ist als Monument historique geschützt.
Lage:
– 8 km von Flers (alle Geschäfte, Bahnhof, 2 h 10 min nach Paris)
– 63 km von Caen
– 90 km von der Küste (Luc-sur-Mer, Cabourg)
– 240 km von Paris (3 Stunden)
Historischer Überblick:
– 1216: Gründung mit reicher Ausstattung durch einen Adligen nahe dem englischen König
– 1238: Bau der Abteikirche
– 1496: Beginn des Kreuzgangs
– 16. Jh.: Plünderungen während der Religionskriege
– 1600: Wiederaufbau angeordnet
– 1620: Vertreibung der Calvinisten
– 1630: Premonstratenser übernehmen
– 1791: Auflösung, Teile der Bibliothek ins Archiv, Areal wird Industriegelände
– 19. Jh.: Verfall der Gewölbe, Stilllegung der Fabrik
Informationen zu Umwelt- und Naturgefahren auf www.georisques.gouv.fr