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Förderung ermöglicht die Sanierung ikonischer Teile von Haus Schminke

Steffen Seibel
Das bundesweite Förderprogramm „Denkmalerhalt und Kulturtouristische Nutzung Historischer Bauten“ kürte erneut sechs Gewinnerprojekte. Auch das Haus Schminke in Sachsen zählt dazu. Um die architektonische Schönheit des Hauses zu erhalten, sollen mit der Fördersumme von 50.000€ von Schlösser und Gärten e. V. und Airbnb die Stahlrahmenfenster, die Holzrollläden und die Klinkerstützwand saniert werden

Große Sanierungsprojekte dank Förderung möglich

Zu den sechs Gewinnerprojekten der dritten Runde des Förderprogramms von „Schlösser und Gärten in Deutschland e. V.“ gehört auch das Haus Schminke im sächsischen Löbau. Das 1933 für den Nudelfabrikanten Schminke erbaute Haus gilt als herausragender Bau der „Klassischen Moderne“. Mit der Fördersumme von 50.000 € sollen notwendig gewordene Erneuerungen am Haus vorgenommen werden. So müssen die ikonischen Stahlrahmenfenster, die Holzrollläden und die Klinkerstützwand saniert, kleinere Reparaturen am Haus erledigt und die Innenwände neu gestrichen werden. „So modern das Haus Schminke auch aussieht – mit seinen 90 Jahren ist es eben doch schon eine alte Dame, die gut gepflegt werden muss“, meint Julia Bojaryn, Leiterin der Stiftung Haus Schminke. Sie ergänzt: „Meine Kolleg:innen und ich sind daher sehr dankbar über die Unterstützung des Förderprogramms.“

Erhalt eines architektonischen Meisterwerks

Sein Alter, aber auch die experimentelle Konstruktion des Hauses erfordern eine sorgfältige Pflege und wiederkehrende Instandhaltungsmaßnahmen. So sind die markanten Stahlrahmenfenster etwa anfällig für Feuchteschäden und die Holzrollläden wurden durch die Witterung in Mitleidenschaft gezogen. Zudem muss die Klinkerstützwand generalüberholt werden und die Innenwände benötigen einen neuen Anstrich. Gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege Sachsen erarbeitete Julia Bojaryn geeignete Farbtechniken. 24 Jahre nach der letzten großen Sanierung kann nun mit den erforderlichen Maßnahmen begonnen werden. Bei der Umsetzung greift die Stiftung Haus Schminke auf lokale Dienstleister zurück – so wie bereits bei der Einführung des neuen Heizungskonzepts.

Architektur auf besondere Art erleben

Die Stiftung Haus Schminke hat es sich zur Aufgabe gemacht, das bedeutende Gebäude zu erhalten und vorsichtig zu sanieren, um es in seinem originalen Glanz erstrahlen zu lassen. Im Dreiländereck gelegen, sieht die Stiftung das Haus als gemeinsames Kulturerbe an und möchte mit grenzübergreifenden Projekten in Polen und Tschechien seine Bedeutung und den europäischen Gedanken für die Zukunft betonen. Mit verschiedenen Rundgängen, Ausstellungen und kindgerechten Angeboten bietet das Haus Schminke eine niedrigschwellige Möglichkeit, Architektur, Industriekultur und Regionalgeschichte einem breiten Publikum zu vermitteln. Ein besonderer Baustein dieser Arbeit ist auch die Vermietung an Übernachtungsgäste, die ganz in das Wohngefühl dieses einzigartigen Hauses eintauchen möchten.

Wahrzeichen der klassischen Moderne

International zählt das Haus Schminke zu den vier bedeutendsten Wohnhäusern der klassischen Moderne. Der Architekt Hans Scharoun vereinte in seinem Werk seinen organischen Stil mit den modernen Wohnansprüchen der 1930er-Jahre. Durch seine Konstruktion und sein Design verkörpert das Haus Schminke den damaligen Zeitgeist, den wirtschaftlichen Aufschwung des Unternehmens sowie den Strukturwandel der Region. Damit macht es die Wirtschaftsgeschichte und industrielle Blütezeit der Region für die Besucher:innen direkt greifbar. Seit 1978 steht es unter Denkmalschutz und wurde vor wenigen Jahren vom Landesamt für Denkmalpflege als „national bedeutsam“ eingestuft.

Haus Schminke Oberlausitz 2024
Haus Schminke, Gesamtanlage. Foto: Gunter Binsack, sgd
Foto: Gunter Binsack, SGD

Schlösser und Gärten in Deutschland e. V.

Der Verein – die bisher einzige bundesweite Vereinigung staatlicher und nichtstaatlicher Besuchermonumente – versteht sich als Zusammenschluss der großen, prägenden Schlösser, Burgen, Klöster und Gärten in Deutschland. Inzwischen gehören ihm die staatlichen, kommunalen und privaten Betreiber und Besitzer von rund 365 Monumenten mit ca. 18 Millionen jährlichen Gästen an, sowie einige Organisationen wie die Deutsche Burgenvereinigung, die Aktionsgemeinschaft privates Denkmaleigentum, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur oder die Deutsche Burgenstraße.

Kontakt Förderprogramm
Anisha Schröder
Projektkoordinatorin Förderprogramm
Projektbüro
Pariser Platz 6
10117 Berlin

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