Das wehrhafte Gebäude in Sedignano, einem Ortsteil von San Polo d'Enza, wurzelt im 11. Jahrhundert und steht in direkter Verbindung zur Geschichte der Mathilde von Canossa. Die strategische Bedeutung des Ortes wird durch die Erwähnung in der Chronik „Vita Mathildis“ des Benediktinermönchs Donizone belegt; 1092 war die unmittelbare Umgebung Schauplatz der Kämpfe zwischen den Truppen der Gräfin und Heinrich IV. In seiner Typologie und seinem Grundriss korrespondiert das Gebäude eng mit dem Castello di Canossa sowie den Befestigungen von Bianello, Rossena und Carpineti.
Architektur und Bausubstanz
Das dreigeschossige Haupthaus befindet sich in einem soliden Erhaltungszustand. Eine wesentliche bauliche Veränderung erfuhr das Innere im 15. Jahrhundert, als die ursprünglichen Gewölbe durch Flachdecken ersetzt wurden. Die Konstruktion wird durch massives Steinmauerwerk und offenliegende Holzbalkenlagen bestimmt.
Im Erdgeschoss prägen originale Rundbögen die Raumfolge, deren Zentrum ein Salon mit offenem Kamin bildet. Das erste Obergeschoss umfasst die Küche mit separatem Essbereich, zwei Schlafräume und ein Bad. Die oberste Ebene im Dachgeschoss beherbergt ein weiteres Schlafzimmer, zwei Nutzräume, ein Bad sowie den Zugang zum Turm.
Nebengebäude und Außenbereich
Zum Ensemble gehört eine historische Scheune in sanierungsbedürftigem Zustand. Die Kubatur bietet Raum für eine Umnutzung als Atelier oder Gästehaus. Das landwirtschaftlich genutzte Grundstück umfasst eine Fläche von 2.100 m².
Topographie und Infrastruktur
Das Gebäude wurde auf einem Felsvorsprung über einer wasserführenden Schicht errichtet; mehrere Brunnen auf dem Gelände zeugen von dieser aktiven Wasserader. Die exponierte Lage ermöglicht freie Sichtachsen zu den Burgen Canossa und Rossena im Süden sowie Bianello und Montelucio im Norden.
- Distanzen: Parma ca. 30 km, Reggio Emilia ca. 60 km.
- Anbindung: Überregionale Erreichbarkeit über die Autobahnverbindungen Richtung Mailand und Neapel.
- Nahversorgung: Die Gemeinden San Polo d'Enza und Montecchio Emilia verfügen über eine vollständige Infrastruktur.