Das spätbarocke Schloss wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts durch die Grafen Czernin von Chudenitz errichtet. Es diente ursprünglich als administratives und wirtschaftliches Zentrum des nahegelegenen Gutes Schönhof (Krásný Dvůr). Der zugehörige Wirtschaftshof entstand vermutlich im selben Zeitraum, wobei die baulichen Fundamente einer älteren, mittelalterlichen Feste integriert wurden.
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts erfolgten diverse bauliche Anpassungen, um zusätzliche Wohn- und Verwaltungsräume zu schaffen. Nach den Bodenreformen von 1945 wurde die Anlage durch einen staatlichen Landwirtschaftsbetrieb genutzt, bevor in den 1990er-Jahren die Privatisierung erfolgte. Die gesamte Liegenschaft steht bereits seit 1964 unter Denkmalschutz und umfasst eine Gesamtnutzfläche von 12 372 m².
Das Schloss (Zámek)
Das Schloss präsentiert sich als zweigeschossiger, verputzter Ziegelbau auf einem rechteckigen Grundriss. Das Gebäude verfügt über eine Nutzfläche von 488 m², die durch einen 30 m² grossen Keller ergänzt wird. Die Innenräume teilen sich in 14 Zimmer und zwei Nebenräume auf.
Die Fassade wird strukturell durch Ecklisenen und Gesimse gegliedert. Der Hauptzugang wird durch einen Vorbau auf toskanischen Säulen geprägt, der von einem Mansarddach und einem barocken Giebel im Bereich des Mittelrisalits abgeschlossen wird. An der Flanke des Gebäudes befindet sich ein Anbau mit einer zweiläufigen Aussentreppe.
Im Erdgeschoss sind die originalen Gewölbestrukturen vollumfänglich erhalten; diese Flächen wurden zuletzt als Büros genutzt. Das Obergeschoss ist komplett geräumt und für den Innenausbau vorbereitet. Die Fenster sowie die hölzernen Fensterläden wurden bereits in enger Anlehnung an das historische Vorbild erneuert. Das Objekt ist geräumt und für die weiteren Sanierungsschritte vorbereitet.
Wirtschaftshof und Nebengebäude
Die Wirtschaftsgebäude sind in einer klassischen U-Form angeordnet, wodurch ein geschlossener, historischer Innenhof entsteht. Diese Nebengebäude umfassen eine Nutzfläche von 2500 m², wobei Teilbereiche bereits umfassend saniert wurden. Zum Ensemble gehört eine eigenständige barocke Scheune, die sich formschlüssig in die historische Gesamtanlage einfügt.
Als technisches Denkmal von besonderem Wert gilt das ehemalige Warmluft-Trockengebäude für Hopfen, in dem die originalen Kohleöfen erhalten sind. Die Erschliessung des Areals ist gewährleistet: Ein Stromanschluss, ein eigener Brunnen sowie ein Anschluss an das Wassernetz sind vorhanden.
Lage und Infrastruktur
Die Liegenschaft befindet sich in der Ortschaft Milčeves bei Žatec (Saaz) innerhalb der Region Ústí nad Labem. Die Umgebung zählt zu den traditionsreichsten Hopfenanbaugebieten Europas. Aufgrund dieser historischen Bedeutung wurden die Kulturlandschaft und die spezifischen Hopfengebäude der Stadt Žatec im Jahr 2023 in das UNESCO-Welterbe aufgenommen.
Die geografische Lage verbindet eine ruhige Lage im ländlichen Böhmen mit einer guten Verkehrsanbindung. Die deutsche Grenze ist in circa 30 Fahrminuten erreichbar, die tschechische Hauptstadt Prag liegt rund eine Stunde Fahrzeit entfernt.