Historische Adressen für neue Adressaten
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Fünfzehn Kilometer südöstlich von Neubrandenburg liegt Neu Käbelich, ein ehemaliges Domänendorf. Die Siedlung wurde 1719 als Landwirtschaftsbetrieb gegründet und 1770 erstmals als Vorwerk von Alt Käbelich urkundlich erwähnt. Im Jahr 1801 wurde das Areal zu einer selbständigen Staatsdomäne von 453 Hektaren unter dem Grossherzog von Mecklenburg-Strelitz. Historische Karten zeigen eine regelmässige Baugruppe mit einem älteren, vermutlich bescheideneren Gebäude an der Stelle des heutigen Hauptsitzes. 1907 ersuchte der damalige Domänenpächter Krog die herzogliche Verwaltung um die Bewilligung für den Neubau eines Pächterhauses, das im darauffolgenden Jahr fertiggestellt wurde.
Das Ergebnis ist ein freistehender, verputzter Backsteinbau im Villenstiel mit sieben Fensterachsen und den Abmessungen von 24.5 × 13 Metern. Das Gebäude ruht auf einem hohen Sockelgeschoss aus Naturstein (Feldstein) und wird von einem Mansarddach mit Krüppelwalm gedeckt. Beide Hauptfassaden sind architektonisch gleichwertig gestaltet. Die drei mittleren Achsen der Hofseite werden durch eine Portalzone mit Freitreppe und darüberliegendem Balkon betont. Im ausgebauten Dachgeschoss erhebt sich über dem Eingang ein dreichsiger Zwerchgiebel mit einem Dreiecksgiebel als Abschluss. Das Erscheinungsbild der Gartenseite entspricht im Wesentlichen der Hofseite, nutzt jedoch das abfallende Terrain für die Integration einer grosszügigen Terrasse.
Links vom Hauptgebäude befindet sich ein ehemaliger Gewerbeflügel, der früher direkt mit dem Herrenhaus verbunden war und derzeit ungenutzt ist. Im Inneren des Hauptgebäudes wurden zahlreiche originale Architekturelemente aus der Bauzeit fachgerecht restauriert und erhalten. Der Vorplatz wird durch einen Rondo-Kieskreis mit zwei markanten Pyramideneichen geprägt. Hinter dem Haus erstreckt sich das 10'000 m² grosse Grundstück mit leichtem Gefälle und einem zugewachsenen Weiher.
Die heutigen Eigentümer führten zwischen 2007 und 2008 eine umfassende Gesamtsanierung der Bausubstanz durch. Heute wird die Liegenschaft teils zu privaten Wohnzwecken, teils gewerblich mit Praxis und Laboratorium genutzt. Eine Attikawohnung im Obergeschoss ist vermietet. Die Beheizung erfolgt über eine Erdgas-Zentralheizung; die Abwasserentsorgung ist über eine vollautomatische Minikläranlage geregelt. Ein Glasfaseranschluss (FTTH) ist in der Liegenschaft vorhanden.
Manfred Achtenhagen
Rondell 7-8
17207 Ludorf
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